nachmittags

Die Nachmittagsangebote beginnen um 13.45 Uhr an der Hochschule für Film und Fernsehen bzw. im Medieninnovationszentrum Babelsberg. Die Raumzuordnung für die einzelnen Angebote entnehmen Sie bitte den Unterlagen in Ihrer Tagungsmappe, die am 24. Oktober 2012 ausgereicht wird.

Änderungen am Programm vorbehalten

9. WORKSHOP
Authentischer als die Realität? Scripted Reality in der medienpädagogischen Diskussion
Was mit den Talkshows der 1990er Jahre begonnen hat, scheint in immer neuen Variationen Fernsehsendungen und die Produktionsformen zu verändern: nicht mehr hoch verdichtete und dramaturgische wohl überlegte fiktionale Filme mit professionellen Schauspielern garantieren Quotenerfolge; stattdessen beherrschen immer mehr ganz normale Menschen den Bildschirm, vor allem dann, wenn sie entweder in außergewöhnlichen, vom Sender vorgegebenen und entsprechend inszenierten Situationen agieren, oder wenn sie selbst Meinungen vertreten oder Situationen durchleben, die zwar möglich, aber für den Normalmenschen eher ungewöhnlich sind. Formate wie Castingshows oder Coachingsendungen, in denen Menschen mit erheblichen Erziehungsprobleme oder unglaublichen Schulden beraten werden, sind neben Kochsendungen oder Beratungen zur Verschönerung des Heimes an der Tagesordnung.

Seit den Gerichtsshows feiert eine neue Produktionsform Erfolge, die eine Mischform zwischen Realität und Fiktion darstellt: Scripted Reality kommt als scheinbare Dokumentation wahrer Menschen und tatsächlichen Probleme daher, allerdings handeln diese nach einem Skript. Laiendarsteller spielen Personen, die ihnen im Typus, im Milieu und in ihren Lebensproblemen ähnlich sind. Was also für den Zuschauer echt wird, ist tatsächlich erfunden.

Kritiker werfen solchen Sendungen vor, sie würden Dokumentation vorgaukeln und der Zuschauer könne nicht mehr unterscheiden, was Wirklichkeit und was Erfindung ist. Außerdem würde die Fokussierung auf Probleme im Grenzbereich das Normalitätskonzept Jugendlicher beeinflussen. Der Workshop setzt sich mit dieser Kritik auseinander und stellt aus wissenschaftlicher und pädagogischer Sicht die Frage nach dem Verhältnis von Fernsehen und Wirklichkeit: was ist für Kinder und Jugendliche so faszinierend an diesen Sendungen? Welche Bedeutung haben solche Sendungen für ihr Konzept von Normalität? Können Sie erkennen, dass es sich nicht um abgebildete Realität, sondern um Fiktion handelt? Findet eine Fokussierung auf Grenzüberschreitungen, vulgäre Sprache und Unterschichtmilieu statt? Vor allem aber geht es darum, die Kompetenz der Unterscheidungsfähigkeit Jugendlicher zu verbessern und ihnen die Bedeutung von Medien insgesamt bei ihrer Konstruktion von Wirklichkeit und Weltsicht zu verdeutlichen. Die FSF erstellt gerade in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung eine interaktive DVD mit dem Arbeitstitel „Faszination Medien“, die voraussichtlich im Jahr 2013 den Schulen zur Verfügung gestellt werden soll. Das Konzept und den bisherigen Stand dieser DVD wollen wir ebenfalls vorstellen.

Workshopleitung: Prof. Joachim von Gottberg (Geschäftsführer, FSF e.V.), Leopold Grün (Medienpädagoge, FSF e.V.)

Diese Angebot ist besonders geeignet für: Lehrerinnen und Lehrer (Primarstufe + Sek1 + Sek2), sozialpädagogische Fachkräfte, Fachkräfte der Erwachsenenbildung

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10. FORUM
Die Suchmaschine als Datenaggregator
Was passiert mit meinen eigenen Daten bei Suchanfragen über Google & Co? Wer verfügt letztlich über meine Daten? Wie bekomme ich die uneingeschränkte Hoheit über alles, was ich an Daten im Netz hinterlasse und was mit meinen Daten passiert? Welche Alternativen gibt es, die die Verwertung meiner persönlichen Daten verhindern, welche nichtkommerziellen Suchmaschinenprojekte gibt es? Im Forum werden diese und andere Fragen kontrovers debattiert.

Diskussionsteilnehmende: N.N. (Google Deutschland angefragt), Peter Hecko (Chaos Computer Club e.V. – Mannheim), Oliver Hoff, Referent für Medien, Telekommunikation, eBay bei der Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg, Andreas Klisch (Fachhochschule Potsdam, Vorstand Landesarbeitsgemeinschaft Multimedia Brandenburg e.V.) | Moderation: Marc Langebeck, Rundfunk Berlin-Brandenburg

Dieses Angebot ist besonders geeignet für: Lehrerinnen und Lehrer (Sek1 + Sek2), sozialpädagogische Fachkräfte, Fachkräfte der Erwachsenenbildung

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11. WORKSHOP
Rezeptive Filmarbeit im Geschichtsunterricht
Anhand von Filmbeispielen werden Fragen zu rezeptiver Filmarbeit im Geschichtsunterricht diskutiert: DEFA Spielfilme als Zeitzeugnisse? Historische Kontexte von Produktion und Rezeption, inhaltliche Filmanalyse und Arbeit mit Zeitzeugen: Was erzählt der Film? Warum und mit welchen Intentionen? Stimmt, was der Film behauptet?

Workshopleitung: Beate Rabe, Filmmuseum Potsdam in Kooperation mit Dr. Jürgen Brettschneider (FILMERNST) und Christian Ernst (Universität Potsdam)

Dieses Angebot ist besonders geeignet für: Lehrerinnen und Lehrer (Sek1 + Sek2), Fachkräfte der Erwachsenenbildung

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12. WORKSHOP
Wissen verändern, verändertes Wissen – Freie Inhalte für die Bildungsarbeit nutzen
In diesem Workshop werden Bildungsinhalte, die unter sog. Creative Commons-Lizenzen stehen vorgestellt und offene Fragen rund um Freie Bildungsinhalte diskutiert: Was sind Freie Inhalte überhaupt? Was muss ich als Lehrer dabei beachten und warum ist das Thema überhaupt so wichtig?

Workshopleitung: Elly Köpf, Projektmanagerin bei Wikimedia Deutschland e.V.

Dieses Angebot ist besonders geeignet für: Lehrerinnen und Lehrer (Primarstufe + Sek1 + Sek2), sozialpädagogische Fachkräfte, Fachkräfte der Erwachsenenbildung

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13. VORTRAG MIT DISKUSSION
Das Computerspiel als Bildungsmedium!?
In diesem praxisorientierten Vortrag wird auf die Potentiale einer ganzheitlichen schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit eingegangen, die u.a. auch das Computerspiel als Methode und Werkzeug begreift. Hierbei wird zudem der Frage nachgegangen, wie auch Lehrende ohne Computerspielbiografie auf dieses (gerade für Kinder und Jugendliche) attraktive Medium in ihren individuellen Bildungskontexten zurückgreifen können.

Input und Gesprächsleitung: Gerrit Neundorf, Medien- und Sozialpädagoge (Institut für Computerspiel „Spawnpoint“, ein Institut der Fachhochschule Erfurt)

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14. VORTRAG MIT DISKUSSION
Facebook: Datenkrake oder nützliches soziales Netzwerk?

Input und Gesprächsleitung: Christian Höppner, freischaffender Medienpädagoge

Dieses Angebot ist besonders geeignet für: Lehrerinnen und Lehrer (Sek1 + Sek2), sozialpädagogische Fachkräfte, Fachkräfte der Erwachsenenbildung

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15. WORKSHOP MIT DISKUSSION
Partizipation 2.0 – Herausforderungen für Medienpädagogik und Jugendmedienschutz im Zeitalter der neuen Medien
Im Workshop werden die Strukturen und Herangehensweisen zur fachlichen Umsetzung von außerschulischen Angeboten der Medienpädagogik und des Jugendmedienschutzes  insbesondere im Kontext der Zusammenarbeit mit Schulen in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Workshopleitung: René Schöne, Medienpädagoge, Eltern-Medien-Berater (Kreisjugendring Elbe-Elster „Juri“ e.V.) und Peter Küchler, Medienpädagoge, Eltern-Medien-Berater (Jugendinformations- und Medienzentrum im „Birkchen“ e.V. Brieske-Senftenberg)

Dieses Angebot ist besonders geeignet für: sozialpädagogische Fachkräfte einschl. Jugendamts-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter

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16. WORKSHOP
Von Senioren – für Senioren – Das Uckermärkische Seniorenmagazin im Uckermark-TV
Im Workshop wird das Senioren-Medienprojekt präsentiert und diskutiert.

Workshopleitung: Jeanette Stockmann de Caro, Leiterin Kreisvolkshochschule Uckermark und Stefan Krüger (Film- und Theaterwissenschaftler)

Dieses Angebot ist besonders geeignet für: Fachkräfte der Erwachsenenbildung

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